begrüßung Arno Ritter (Leiter aut)
einführende worte Stefan Klausner (Ausstellungskurator)
Die auf einem steilen Hanggrundstück oberhalb von Innsbruck errichtete Siedlung Pumpligahn (1980 – 95) ist das größte und bekannteste Werk des Tiroler Architekten Norbert Fritz. In einem über fünfzehn Jahre dauernden Prozess verwirklichte er in dieser verdichteten Flachbausiedlung seine Vorstellungen vom Leben in einer dorfähnlichen Gemeinschaft. Mit dem bis heute in Tirol einzigartigen Konzept erfuhr er überregional Anerkennung, während sein Gesamtwerk kaum einer breiteren Öffentlichkeit bekannt ist – wohl auch aufgrund der schlichten, stark auf Formen und Materialien der Region zurückgreifenden Architektur.
Der Siedlung vorausgegangen ist eine jahrzehntelange Auseinandersetzung mit dem Thema Wohnen, den Grundstein legten das Studium bei Roland Rainer und ein Praktikum in dessen Büro. In seinem Erstlingswerk – dem für sich, seine Mutter und seine Schwester maßgeschneiderten Haus in Sadrach (1963 – 66) sind bereits viele jener Themen angelegt, die Norbert Fritz später konsequent weiterentwickelte, wie die präzise Einbettung in das Gelände, fließende Raumfolgen oder die von Stuben inspirierte Innenraumgestaltung. Neben zahlreichen Einfamilienhäusern, bei denen er zunehmend auf traditionell-bäuerliche Formen zurückgriff und gleichzeitig sein Konzept der "menschlichen Raumzellen" entwickelte, begleitete er mehrere Gemeinden bei ihren Dorferneuerungsprozessen, erweiterte Friedhofsanlagen und plante kommunale Neu- und Umbauten.
Noch zu Lebzeiten übergab Norbert Fritz seinen Nachlass dem Archiv für Bau.Kunst.Geschichte der Universität Innsbruck, den Stefan Klausner in einer Masterarbeit aufarbeitete. Auf Basis seiner umfangreichen Recherchen zeigt das aut in Kooperation mit dem Archiv für Bau.Kunst.Geschichte eine erste Ausstellung über diesen Tiroler Architekten zwischen Tradition und Moderne. Entlang seiner Biographie werden ausgewählte anhand von Texten, Plänen, Modellen, historischen Fotografien sowie aktuellen Aufnahmen von Stefan Klausner vorgestellt.
Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Archiv für Bau.Kunst.Geschichte der Universität Innsbruck