Wohnen morgen, abseits der Norm
Ein Symposium im Großen Saal des Landhaus 1
symposiumveranstaltungsort
Großer Saal im Landhaus 1
Eduard-Wallnöfer-Platz 3
6020 Innsbruck
Eintritt frei, Anmeldung erforderlich bis 11. Dezember 2026
via https://www.tirol.gv.at/WohnenMorgen
Nach der erfolgreichen Wiederaufnahme des gemeinsam mit dem Land Tirol veranstalteten Wohnbausymposiums im Jänner 2026 werden auch 2027 zukunftsfähige Wohnformen und Strategien des Zusammenlebens im urbanen und ländlichen Kontext erörtert. Unter dem Motto „Wohnen morgen, abseits der Norm“ stehen diesmal alternative Ansätze für das Bauen und Weiterbauen im Mittelpunkt. Was braucht es, damit Gebäude langfristig funktionieren und an veränderte Anforderungen angepasst werden können? Wie lässt sich einfacher und ressourcenschonender bauen? Und wie können bestehende Orte und gewachsene Strukturen so weiterentwickelt werden, dass sie auch in Zukunft attraktive Lebensräume bleiben? Anhand von Best-Practice-Beispielen werden diese Fragen in zwei Themenblöcken beleuchtet und anschließend mit lokalen Akteur:innen diskutiert.
Im ersten Themenblock „Zukunft des Wohnens und Einfach Bauen“ geht es um die Frage, wie sich Gebäude angesichts knapper werdender Ressourcen und sich verändernder Anforderungen zukunftsfähig konzipieren lassen. Für Dietmar Eberle ist die Betrachtung eines Bauwerks aus der Perspektive unterschiedlicher Zeitspannen grundlegend: Während Oberflächen, Ausstattung oder auch die Funktion eines Gebäudes oft nach 10 bis 20 Jahren wechseln, überdauern Tragwerk und insbesondere die Wirkung eines Bauwerks im öffentlichen Raum viele Jahrzehnte oder Jahrhunderte. Ausgehend davon sind für ihn Dichte, Ressourceneffizienz und Nutzungsneutralität die zentralen Kriterien für das Bauen der Zukunft. Florian Nagler widmet sich bei seinem Vortrag „einfach (um)bauen“ der Frage, wie sich Konstruktion und Gebäudetechnik auf das Notwendige reduzieren lassen, ohne auf architektonische Qualitäten zu verzichten. Aufbauend auf seinem Forschungsprojekt „einfach bauen“ überträgt er die Prinzipien des robusten und energieeffizienten Bauens auf die noch wichtigere Aufgabe des Weiterbauens im Bestand. Im Anschluss diskutieren Engelbert Spiß (Neue Heimat Tirol) und Alexander Zlotek (Alpenländische Heimstätte) über die Übertragbarkeit dieser Ansätze auf die Praxis des geförderten Wohnbaus.
Der zweite Themenblock „Transformation von Orten und Städten“ richtet den Blick auf die Weiterentwicklung bestehender Siedlungsstrukturen. Der Projekt- und Quartiersentwickler Markus Schadenbauer stellt die u. a. mit dem Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit ausgezeichnete Revitalisierung des Hohenemser Stadtzentrums vor. Schritt für Schritt hat er einige der Häuser erworben und gemeinsam mit mehreren Architekturbüros saniert und maßvoll nachverdichtet. So konnte der ehemals verwaiste historische Stadtkern zu einem lebendigen Stadtquartier mit neuer Aufenthaltsqualität entwickelt werden, Wohnraum geschaffen sowie Büros und kleine Geschäfte in die Erdgeschoßzone integriert werden. Hans-Peter Bock, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Fließ, behandelt am Beispiel der kleinen Oberländer Gemeinde Strategien zur Stärkung des ländlichen Raums. Anhand von Projekten wie dem multifunktionalen Dorfzentrum – einem aus einem früheren Wohnbausymposium hervorgegangenen Pilotprojekt der Ortskernentwicklung – und der Errichtung einer Sport- und Freizeitanlage zeigt er, wie Gemeinden durch die Verbindung von räumlicher Entwicklung, sozialem Engagement und aktiver Baukultur auf Abwanderung reagieren und ihre Ortskerne als Lebensräume stärken können. In der anschließenden Gesprächsrunde mit Victoria Weber, Bürgermeisterin der Stadt Schwaz, und Diana Ortner, Vorständin der zuständigen Abteilung des Landes Tirol, werden die vorgestellten Strategien aus kommunaler und landespolitischer Perspektive diskutiert.
programmübersicht
moderation
Verena Jakoubek-Konrad (Direktorin Vorarlberger Architektur Institut)
10.00 Uhr
begrüßung und einführung
Philip Wohlgemuth (Landeshauptmann-Stellvertreter)
Arno Ritter (aut. architektur und tirol)
10.15 Uhr
zukunft des wohnens und einfach bauen
dietmar eberle (Baumschlager Eberle Architekten, Lustenau) „200 100 50 20 10“
florian nagler (Florian Nagler Architekten, München) „einfach (um)bauen“
diskussion mit Engelbert Spiß (NEUE HEIMAT TIROL) und Alexander Zlotek (Alpenländische Tirol)
14.00 Uhr
markus schadenbauer (Projekt- und Quartiersentwickler, Hohenems) „Über die Wiederbelebung eines historischen Stadtkerns“
hans-peter bock (ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Fließ) „Transformation durch Bürgerbeteiligung und Ehrenamt“
diskussion mit Victoria Weber (Bürgermeisterin der Stadt Schwaz) und Diana Ortner (Vorständin Abteilung Bodenordnung / Dorferneuerung, Land Tirol)
dietmar eberle
geb. 1952 in Hittisau (Vorarlberg); Architekturstudium an der TU Wien; 1979 Mitbegründer der "Vorarlberger Baukünstler"; seit 1985 eigenes Architekturbüro Baumschlager Eberle (bis 2009 gemeinsam mit Carlo Baumschlager) mit derzeit elf Standorten weltweit; u. a. 1999 – 2018 Professor an der ETH Zürich und Leiter des ETH Wohnforum – ETH CASE
florian nagler
geb. 1967 in München; Lehre als Zimmermann; Studium der Architektur an der Universität Kaiserslautern; seit 2001 gemeinsames Büro Florian Nagler Architekten mit Barbara Nagler, seit 2010 mit Sebastian Steck; seit 2010 Professur für Entwerfen und Konstruieren an der TU München; seit 2012 Forschungsprojekt "einfach bauen" an der TU München
markus schadenbauer
geb. 1974 in Lengenau (Vorarlberg); Studium Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau an der TU Wien; seit 2003 Immobilienentwickler; seit 2004 selbständiger Berater u. a. für Gemeinden; seit 2018 Geschäftsführer und Gesellschafter der Schadenbauer Projekt- und Quartierentwicklungs GmbH sowie mehrerer Immobiliengesellschaften
hans-peter bock
geb. 1957 in Fließ; HTL für Tiefbau in Innsbruck; langjähriger Mitarbeiter der Firma Goidinger in Zams; 2003 – 08 sowie 2010 – 13 Abgeordneter zum Tiroler Landtag (SPÖ); 1980 – 98 Mitglied im Gemeindevorstand von Fließ; 1998 – 2021 Bürgermeister von Fließ; u. a. Obmann des Naturpark Kaunergrat, des Breitbandverband Oberinntal, der AG Gemeindealmen Fließ sowie der AG Gemeindewald Fließ
Ein Symposium des Landes Tirol in Kooperation mit aut. architektur und tirol
Konzipiert mit Kammer der Ziviltechniker:innen | Arch+Ing Tirol und Vorarlberg – Sektion Architekt:innen, ZV – Zentralvereinigung der Architekt:innen Österreichs, Landesverband Tirol sowie Architekturfakultät der Universität Innsbruck
