veranstaltungsort
Archiv für Bau.Kunst.Geschichte
im Adambräu, Ebene 6
Roland Rainer (1910 – 2004) prägte die österreichische Baukultur nach 1945 wie kaum ein anderer. Seine Auseinandersetzung mit Wohnformen, Siedlungsstrukturen und dem Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft bestimmte sowohl seine eigene Architektur als auch seine langjährige Lehrtätigkeit. Bereits in den 1940er-Jahren entwickelte er das Konzept der „gegliederten und aufgelockerten Stadt“ mit – Vorstellungen, die er in Ansätzen ab 1963 in Puchenau bei Linz verwirklichen konnte.
Als Leiter der Meisterklasse für Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien (1956-1980) prägte Roland Rainer mehrere Generationen von Architekt:innen. Themen des verdichteten Flachbaus, ortsbezogenes Bauen und das „Anonyme Bauen“, eine Architektur jenseits individueller Autorenschaft, spielten dabei eine zentrale Rolle. Rainers Sommerhaus in St. Margarethen (1957) im Burgenland steht exemplarisch für diese Haltung und den Versuch diese in eine zeitgemäße architektonische Form zu übersetzen.
Ausgehend von Roland Rainers Denken und seiner Bedeutung als Lehrer untersucht der Vortrag das Wohnen als zentrale Fragestellung. Im Kontext der Ausstellung über seinen Schüler Norbert Fritz wird gefragt, wie sich architektonische Konzepte weitergeben und in der Arbeit nachfolgender Generationen verändern. Am Beispiel der Siedlung Pumpligahn des Tiroler Architekten Norbert Fritz werden Rainers „Gartenstadt“ in Puchenau und sein Sommerhaus im Burgenland als mögliche Referenzen für Fritz‘ Architektur analysiert und mit Projekten weiterer Zeitgenoss:innen in Bezug gesetzt.
ingrid holzschuh
Kunst- und Architekturhistorikerin; Forschungen und Publikationen zur Kunst- und Architekturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts mit Schwerpunkt Architektur und Städtebau zwischen faschistischen Diktaturen und demokratischen Systemen, Kunstpolitik im Nationalsozialismus, Nachkriegsmoderne, Gender Studies und Biografieforschung in der Architektur; seit 2024 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Wien, Forschungsbereich Kunstgeschichte
monika platzer
Kunst- und Architekturhistorikerin; Kuratorin und Sammlungsleiterin im Architekturzentrum Wien (Az W); umfangreiche nationale und internationale Forschungs-, Ausstellungs-, Vortrags- und Publikationstätigkeit mit Schwerpunkt auf der österreichischen sowie transnationalen Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts; Lehrtätigkeit an der Universität Wien und an der TU Wien
Ein Vortrag im Rahmen der Ausstellung über Norbert Fritz in Kooperation mit dem aut